Unsere Ziele für Blasewitz

Der Stadtbezirk Blasewitz besteht aus den Stadtteilen Blasewitz, Striesen-Ost, Striesen-Süd, Striesen-West, Tolkewitz/Seidnitz-Nord, Gruna und Seidnitz/Dobritz mit zum Teil langer Geschichte und mit vielen engagierten Bürger*innen. Insgesamt leben hier fast 90.000 Menschen. Diese Vielfalt wollen wir pflegen und weiterentwickeln. Stadtplanung soll stärker als bisher am Gemeinwohl ausgerichtet werden; und um dieses Gemeinwohl zu bestimmen, wollen wir die Menschen selbst und ihre Lebenswelten in die Entscheidungen einbeziehen.

Aktive Bürger*innenschaft, Gemeinwohl stärken!

Ein erfreuliches Beispiel für Stadtplanung mit aktiver Bürger*innenschaft bieten die Planungen für die Neugestaltung des Stadtteilzentrums in Altgruna. Menschen aus dem Umfeld von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN organisierten ab 2017 eigenständig eine mehrstufige Bewohner*innenbeteiligung dazu.In einem nach demokratischen Regeln zusammengestellten Bewohner*innenvotum formulierten mehr als dreihundert Mitwirkende klare und konkrete Vorschläge und Anforderungen an die Aufgabenstellung für den geplanten städtebaulichen Wettbewerb. Die zahlreichen durchdachten und detaillierten Vorschläge wurden aufbereitet und dokumentiert, und die Initiative „In Gruna leben“ betreibt inzwischen ein eigenes kleines Bürger*innenzentrum und führt einige der Anregungen aus dem Beteiligungsprozess fort.

Die Stadtverwaltung hat das Bürger*innenvotum wohlwollend zur Kenntnis genommen. Damit die Anregungen der Bürger*innen aber auch in der weiteren Planung tatsächlich zum Tragen kommen, ist es wichtig, die Verfahren der Beteiligung zu verstetigen. Dafür machen wir uns als Grüne Kommunalpolitiker*innen auch weiterhin stark!

Wir wollen außerdem Gruppen von aktiven Bürger*innen fördern, die sich für ihren Stadtteil oder ihre Nachbarschaft einsetzen. Dazu gehören Bürger*inneninitiativen, genauso wie Nachbarschafts- und Stadtteilgruppen, die in ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld Kultur, Begegnung und Nachbarschaftsselbsthilfe organisieren und fördern. Aufmerksame Wertschätzung, Bereitstellung von Informationen und Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Verwaltung, Politik und Bürger*innen – all das trägt zu der Kultur einer aktiven Bürger*innenschaft bei, die wir uns für Blasewitz wünschen! Das Stadtbezirksamt sollte eine wichtige Anlaufstelle für das zivilgesellschaftliche Engagement sein und helfend zur Seite stehen. Das werden wir einfordern, und in diesem Sinne werden wir auch selbst handeln.

Sehr wichtig ist es uns, das Angebot von nicht-gewinnorientierten Wohnungsunternehmen im Stadtbezirk auszubauen. Wir begrüßen ausdrücklich die Planungen der städtischen Wohnungsbaugesellschaft WiD (Wohnen in Dresden GmbH), etwa in der Alemannenstraße / Ecke Wittenberger Straße und der Kipsdorfer Straße. Wir unterstützen außerdem alle Bestrebungen, die große Tradition des genossenschaftlichen Wohnungsbaus in Dresden neu zu beleben, etwa durch die gerade entstehende Dachgenossenschaft für solidarische Wohnprojekte.

Mobilität und Verkehr – sicher und umweltverträglich

Unser Stadtbezirk Blasewitz ist dicht besiedelt. Er umfasst zahlreiche Wohnquartiere, durch die viel Verkehr fließt. Hauptverkehrsstraßen wie die Schandauer Straße/Borsbergstraße, Bodenbacher Straße, Loschwitzer Straße, Winterbergstraße oder Altenberger Straße/Enderstraße dienen dabei nicht nur den Bewohner*innen der Stadtteile, sondern sind vor allem Durchgangsstraßen für den Verkehr. Der Schillerplatz ist einer der verkehrsreichsten Knotenpunkte in der Stadt mit besonders schlechter Luftqualität. Vor allem durch den motorisierten Individualverkehr entstehen zahlreiche Belastungen für die Anwohner*innen. Diese Belastungen müssen reduziert werden. Andererseits sind immer mehr Menschen umweltfreundlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, so auch viele Kinder auf dem Weg zur Schule. Sie fühlen sich häufig gefährdet durch den Autoverkehr und leiden unter fehlenden Radwegen oder Radfahrstreifen, gefährlichen Straßenkreuzungen, nicht gesicherten Fußgänger*innenüberwegen oder holprigen Gehwegen.

Wir GRÜNE fordern deshalb mehr Schutz und mehr Anteil am Straßenraum für alle nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer*innen. Wir wollen, dass sich alle Menschen in unserem Stadtbezirk gern und ohne Ängste zu Fuß oder mit dem Fahrrad fortbewegen können. Gleichzeitig wollen wir den Verkehr mit Bussen und Bahnen und die Elektromobilität stärken. Ökologie, soziale Ausgewogenheit und Ökonomie müssen dabei in Einklang miteinander gebracht werden.
Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und des Lärmschutzes wollen wir auf die Einrichtung neuer und die Ausweitung bestehender Tempo 30-Zonen hinwirken. Besonders vordringlich ist die Einbeziehung der Müller-Berset-Straße in Striesen-West in die bestehende Tempo-30-Zone.

Wir setzen uns dafür ein, dass an allen Straßen, die im Radverkehrskonzept der Landeshauptstadt Dresden als Hauptrouten für den Radverkehr ausgewiesen sind, so noch nicht vorhanden, Radwege oder Radfahrstreifen angelegt bzw. dort, wo aufgrund der Straßenbreite nicht anders möglich, Schutzstreifen für Radfahrer*innen (bei Bedarf überfahrbar) oder gemeinsame Fuß-/Radwege eingerichtet werden.

Im Einzelnen halten wir eine entsprechende Verbesserung der Radverkehrssicherheit auf folgenden Straßen für vordringlich:

– Loschwitzer Straße (im Zuge der bevorstehenden Sanierung)

– Augsburger Straße (im Zuge der geplanten Sanierung)

– Altenberger Straße südlich der Schandauer Straße und Enderstraße (Radfahrstreifen anstelle der nicht tragbaren gemeinsamen Nutzung des Gehwegs)

– Hüblerstraße und Bergmannstraße

– Spenerstraße (gemeinsame Nutzung des Gehwegs an den Nadelöhren am nördlichen und südlichen Ende)

Wir GRÜNE haben die Öffnung der Hüblerstraße für den Radverkehr zwischen Berggartenstraße und Schillerplatz in beide Richtungen erreicht. Es muss jetzt darauf geachtet werden, ob mit den bestehenden Parkmöglichkeiten auf beiden Straßenseiten die nötige Verkehrssicherheit gegeben ist. Auch für weitere Einbahnstraßen (z. B. ein Teilstück der Pohlandstraße) wollen wir die Öffnung in beide Richtungen für den Radverkehr erreichen.

Wir setzen uns ferner dafür ein, dass wichtige Radverkehrsrouten durch den Stadtbezirk durch entsprechende Beschilderung für Radfahrer*innen gut sichtbar gemacht werden, so z. B. die Route Fetscherplatz – Stresemannplatz – Laubestraße – Glashütter Straße bis zur Altenberger Straße.

Wir wollen, dass der stark genutzte linkselbische Radweg zwischen Albertbrücke und Blauem Wunder verbreitert wird, damit sich die gemeinsame Nutzung durch Fußgänger*innen und Radfahrer*innen konfliktfreier gestaltet. Für mehr Aufenthaltsqualität sollen außerdem weitere Bänke und Fahrradbügel aufgestellt werden.

Bei der bevorstehenden mehrjährigen Sanierung des Blauen Wunders dürfen die Radfahrer*innen nicht die Leidtragenden des Wegfalls einer Fahrspur und eines Gehwegs sein. Hier müssen kreative Lösungen gefunden werden, wie wir sie bereits in einem Antrag im Stadtrat aufgezeigt haben, so z. B. die Festsetzung von Tempo 20 und die Abmarkierung von Aufstellflächen für Radfahrer*innen an beiden Enden der Brücke, sodass diese die Brücke vor dem Autoverkehr passieren können.

Wir brauchen im Stadtbezirk mehr gesicherte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. So werden wir auf weitere Fahrradbügel an mehreren Plätzen hinwirken, so am Hermann-Seidel-Park, am Hüblerplatz oder an der Fähre nach Niederpoyritz.

Zur Verbesserung der Sicherheit von Fußgänger*innen werden wir auf neue Fußgänger*innenüberwege (Zebrastreifen oder ampelgesichert) an besonders verkehrsreichen Straßen und Kreuzungen hinwirken, so z. B. an der

– Altenberger Straße/Augsburger Straße

– Altenberger Straße/Kipsdorfer Straße

– Wittenberger Straße/Bergmannstraße

– Sternkreuzung Niederwald-/Hübler-/Preller-/Kyffhäuser und Jacobistraße

– Wormser Straße/Rosa-Menzer-Straße

Die Fußgänger*innenfreundlichkeit von Ampelschaltungen ist nicht immer gegeben (so z. B. am Schillerplatz oder an der Altenberger/Schandauer Straße). Hier müssen Verbesserungsmöglichkeiten geprüft werden.

Viele Fußwege in unserem Stadtbezirk sind in keinem guten Zustand und aufgrund ihrer Beschaffenheit unfallträchtig. Wir setzen uns daher für ein Fußwegesanierungsprogramm ein, das die Sicherheit in den nächsten fünf Jahren grundlegend verbessert. Dazu soll einmal im Jahr ein aktualisierter Fußwegmonitor dem Stadtbezirksbeirat vorgelegt werden.

Beim Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs in unserem Stadtbezirk wollen wir bei der geplanten Stadtbahnlinie vom Wasaplatz zum Schillerplatz auf eine Linienführung hinwirken, die neben den verkehrlichen Aspekten auch die Verträglichkeit für die betroffenen Wohnquartiere berücksichtigt. Bei den Planungen müssen in einem Bürger*innenbeteiligungsverfahren frühzeitig die Anwohner*innen mit einbezogen werden.

Auf der Buslinie 64 soll der 10-Minuten-Takt durchgehend im gesamten Streckenverlauf angeboten werden.

Für die rasch zunehmende Elektromobilität brauchen wir mehr öffentliche Ladestationen. Wir setzen uns daher für eine schnelle Einrichtung der von der Stadt geplanten Mobilitätspunkte in unserem Stadtbezirk mit Ladestationen für Autos und Fahrräder ein. Wichtig ist uns auch die Vernetzung von E-Mobilität, Bussen und Bahnen, Leihfahrradstationen und Carsharing-Angeboten auch im dicht besiedelten Stadtbezirk Blasewitz. Vorrangig sollte dies am Fetscherplatz, Schillerplatz und Pohlandplatz geschehen. Darüber hinaus wollen wir die vom ADFC schon initiierten Angebote für öffentlich zugängliche Leihlastenräder ausbauen.

Umwelt und Naturschutz – mehr Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen

Unser Stadtbezirk bietet mit seiner Elbnähe besondere landschaftliche und naturräumliche Reize. Elbe und Elbauen laden zu vielfältigen Freizeitaktivitäten ein. Wir wollen diese hohe Natur- und Erlebnisqualität erhalten und aufwerten. Daher haben wir uns erfolgreich für eine deutliche Beschränkung des wilden Autoparkens im Landschaftsschutzgebiet am Blauen Wunder eingesetzt. Um den Zugang zu verbessern, setzen wir uns für einen neuen Fußweg zum Elbufer in Höhe des Lothringer Wegs oder der Händelallee ein.

Bei der zunehmenden baulichen Verdichtung in unserem Stadtbezirk sind Erhalt und Erweiterung unserer Parks und Grünanlagen besonders wichtig. Im Waldpark befinden sich wertvolle alte Baumbestände, die besonders zu schützen und zu pflegen sind. Hermann-Seidel-Park, Rothermundpark und Toeplerpark sind viel besuchte Naherholungsflächen und bieten zugleich wichtige Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Wir GRÜNE wollen Sorge dafür tragen, dass sie gepflegt und ökologisch aufgewertet werden. Der Johannisfriedhof in Tolkewitz ist ein großer Grünraum, der nicht nur der Besinnung, sondern auch der Ruhe und Erholung dient und mit seinem vielfältigen Baum- und Strauchbestand Lebensraum für viele Vögel, Kleinsäugetiere und Insekten ist. Er darf auch bei zurückgehender Grabbelegung nicht angetastet werden.

Der Grunaer-Blasewitzer Landgraben ist ein wichtiges Fließgewässer, das dringend ökologisch aufgewertet werden muss. Wir setzen uns dafür ein, dass er durch wasserbauliche Sanierung und hochwertige Begrünung des Randstreifens zu einer grünen Lebensader in unserem Stadtbezirk wird, die durch einen begleitenden Wanderweg für alle erlebbar ist.

Auch im unmittelbaren Wohnumfeld lässt sich viel verbessern, um der Überwärmung im Sommer entgegenzuwirken und Lebensräume für bedrohte Vögel und Insekten zu schaffen. Wir treten ein für Innenhof-, Fassaden- und Dachbegrünungen und wollen diese stadtweit besonders fördern. Wir wollen Bürger*innen unterstützen, die Baumpatenschaften übernehmen und Baumscheiben pflegen. Wo immer es geht, wollen wir kleinräumig Gehölze pflanzen und Blühstreifen oder -flächen anlegen. Dadurch wirken wir zugleich auf einfache, aber sehr wirkungsvolle Weise dem Bienen- und Insektensterben entgegen.

In unserem Stadtbezirk gibt es viele Kleingartenanlagen, die wir sichern und fördern wollen, da sie einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas und der Umweltqualität leisten. Zusätzlich wollen wir für alle Menschen, besonders in den neuen Wohnquartieren, die Möglichkeit zum Gärtnern durch von der Stadt geförderte Gemeinschaftsgärten schaffen.

Ein Stadtbezirk für alle Generationen!

Blasewitz mit seinen vielfältigen Stadtteilen von Striesen bis Dobritz ist ein beliebter Stadtbezirk mit einer besonders ausgeprägten Mischung der Generationen. In Blasewitz und Striesen leben prozentual deutlich mehr Kinder und Jugendliche als im übrigen Dresden. In Tolkewitz, Seidnitz und Gruna sind besonders viele Menschen in hohem Alter zuhause. Wir haben Ideen und Vorschläge, um unseren Stadtbezirk für alle, aber insbesondere für die vielen Kinder, Jugendlichen und Senior*innen noch lebenswerter zu machen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Schaffung von Freiräumen. Wir setzen uns dafür ein, die Spielplätze im Hermann-Seidel-Park, Toeplerpark, am Pohlandplatz oder im Rothermundpark aufzuwerten, und zwar möglichst unter aktiver Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Für ältere Kinder und Jugendliche wollen wir neue Flächen für Sport und gemeinsame Freizeit schaffen. Der Hüblerplatz bietet dafür gute Voraussetzungen. Schließlich setzen wir uns dafür ein, Schulen und Horte auch für außerschulische Nutzungen zu öffnen. Die rechtlichen Bedenken sind in vielen anderen deutschen Städten und Gemeinden bereits erfolgreich ausgeräumt worden; das sollte auch in Dresden möglich sein!

Sehr am Herzen liegt uns außerdem die größte Freifläche des Stadtteils, nämlich die Elbwiesen. Sie sollen gut und gefahrlos erreichbar sein, und zwar für Jung und Alt! Besonders direkt und sicher wird das möglich mit einer zusätzlichen Querung am Lothringer Weg.

Weiter ausbauen wollen wir außerdem die Begegnungsmöglichkeiten im Stadtbezirk. Dafür braucht es nicht immer geschlossene Räume. Das geht auch unter freiem Himmel! Die Gestaltung des Spitzahornwäldchens am Blauen Wunder durch die „AG Spiel“ im Jahr 2018 bietet dafür ein gelungenes Beispiel. Solche Initiativen wollen wir ausbauen. Dazu gehören auch Gemeinschaftsgärten und Senior*innengärten wie etwa in Seidnitz oder in Striesen-Ost die Gartensparte „Flora 1“.

An Sportstätten fehlt in Blasewitz vor allem eine Schwimmhalle. Wir setzen uns dafür ein, dass der Bau einer Schwimmhalle in Blasewitz vorrangig in das städtische Bäderkonzept aufgenommen wird. Ein guter Standort dafür ist an der Geisingstraße bereits vorhanden. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Planungen zügig vorankommen.

Gesundheit ist ein kostbares Gut in allen Lebensaltern. Das Lebensumfeld trägt viel dazu bei, dass wir gesund bleiben können. Das gilt besonders für ältere Menschen, aber letztlich kommt es allen zugute, die in Blasewitz leben. Besonders wichtig erscheint es uns, auch bei diesem Thema in Zusammenhängen zu denken. Jede*r fünfte Dresdner*in im Seniorenalter wohnt in unserem Stadtbezirk. Ältere Menschen sehen wir als Erfahrungsträger*innen in ihrem Stadtteil. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass auch sie aktiv in ihren Nachbarschaften leben können. Aktiv, das heißt: in Sicherheit und indem alle Generationen einander bewusst wahrnehmen. Wir GRÜNE sehen in den Nachbarschaften den richtigen Ansatzpunkt, um Strukturen zu schaffen, damit auch ältere Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben führen und an der Gesellschaft teilhaben können. Um dafür Ideen und Planungen zu entwickeln, wollen wir Prozesse der Bürger*innenbeteiligung nutzen, wie sie sich in der Stadtplanung schon vielfach bewährt haben.

Mehr Platz für eine lebendige Stadtteilkultur

Blasewitz steht für kulturelle Vielfalt und soziokulturelle Vitalität. Die Stadtteilkultur präsentiert gleichermaßen Tradition und Neues. Innovative Museen wie die „Technischen Sammlungen“ und anspruchsvolle Kinos wie das „Programmkino Ost“ und das „Kino im Dach“ strahlen über den Bezirk hinaus und sind zugleich wichtige Akteur*innen der lokalen Szene. Zahlreiche Initiativen, Vereine und Projekte widmen sich Bildender Kunst, Musik, Tanz, Literatur und Architektur. Die hohe Identifikation der Einwohnerschaft mit dem Viertel spiegelt sich im Engagement für den sorgsamen Umgang mit dem Stadtbild und der Pflege des historischen Erbes. Mit Nachbarschaftstagen, Erzählcafés, Hilfsprojekten, Repaircafés und vielfältigen Initiativen für ein gutes Miteinander von Alteingesessenen und Zugezogenen unterschiedlicher Herkunft beleben Bürger*innen, Vereine und Kirchgemeinden die Soziokultur des Viertels.

Gerade angesichts der bunten Vielfalt ist es umso bedauerlicher, dass diese Stadtteilkultur sich aber bisher nicht auf offener Bühne präsentieren kann. Die Aktiven haben kaum Gelegenheit, sich zu einer „Szene Blasewitz“ zu vernetzen, sondern arbeiten meist vereinzelt. Nicht zuletzt hemmt ein eklatanter Mangel an Räumlichkeiten Aktivitäten und weitere Entfaltungsmöglichkeiten. Ihre Klagen darüber sind berechtigt! Wir setzen uns dafür ein, die vielfältige Kultur unseres Viertels sichtbarer zu machen und ein soziokulturelles Zentrum als Ort für Arbeit, Begegnung und Präsentation zu schaffen.
Wir plädieren dafür, zu prüfen, ob das Medienkulturhaus auf der Schandauer Straße 64, dessen Nutzung sich gegenwärtig im Umbruch befindet, für diese Aufgaben geeignet ist oder ob ein anderer Standort in Frage kommt. Nötig sind in jedem Fall sowohl Räume für Veranstaltungen sowie Auftritte als auch Platz für Proben, Treffen, Begegnungen und Angebote von Vereinen bzw. Nachbarschaftsinitiativen. Auf diese Weise soll ein Ort entstehen, an dem sich die unterschiedlichen Akteur*innen begegnen und die ersten Schritte zur Vernetzung gehen können.

Dresdens Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas und die jüngst erweiterten Kompetenzen für den Stadtbezirksbeirat eröffnen zusätzliche Chancen für die aktive Mitwirkung im Stadtbezirk und die Förderung von Stadtteilkultur. Wir ermuntern dazu, davon Gebrauch zu machen und unterstützen gegebenenfalls Anträge auf Beihilfen für Projekte und Vorhaben. Darüber hinaus regen wir an, durch gezielte Förderung auf Stadtteilebene, z. B. in Form kleinerer Wettbewerbe, die hiesige Kultur für die Menschen erlebbar in Szene zu setzen und Orte für Kunst im öffentlichen Raum zu schaffen.

Diese Stärkung kultureller und soziokultureller Aktivitäten im Stadtviertel begreifen wir als Förderung gelebter Demokratie – der Mitwirkung von Bürger*innen an der Gestaltung des Gemeinwesens vom Wohnquartier bis zur ganzen Stadt. Auch daher legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf die stärkere Förderung der Stadtteilkultur bei uns in Blasewitz.

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